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09.11.11 21:05

Herbst plus 2 Kilo

Gehören Sie auch zu den Menschen, die im Herbst und Winter ein paar Kilo zunehmen?


© bilderbox

Und haben Sie sich auch schon gefragt, warum das so ist? Die Antwort ist so einfach wie unglaubwürdig: es liegt in unserer Natur.

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden verlangt unser Körper nach mehr Kohlehydraten. Das genetische Programm teilt unserem Unterbewusstsein mit, dass wir im Winter mehr Nahrung brauchen, um uns vor der Kälte zu schützen und um Vorräte anzulegen für die Zeit im Frühjahr, wenn die Nahrungsmittel knapp sind. Hinzu kommt, dass stärkereiche Nahrungsmittel die Produktion von sogenannten Glückshormonen unterstützen und Winterdepressionen entgegenwirken. Die Natur gleicht das aus, indem sie im Herbst und im Winter energiereichere Nahrungsmittel wachsen lässt.

Nahrungsmittel, die in unseren Breiten im Herbst uns Winter wachsen, haben einen höheren Stärkeanteil als Sommernahrungsmittel. So enthalten zum Beispiel Kürbis, Kohl, Kartoffeln und Rüben viel mehr Stärke als Zucchini, Tomaten oder Gurken. Die Stärke wird im Körper zu Zucker umgebaut, der den Zellen als Brennstoff dient und hilft das Glückshormon Serotonin im Gehirn zu bilden.
Der erhöhte Zuckeranteil in den Nahrungsmitteln gleicht so den erhöhten Kohlehydratbedarf im Winter aus. Winterdepressionen sind eine relativ neue Entwicklung. Als die Menschen noch naturnaher lebten, sorgte die richtige Nährstoffzusammensetzung in den Grundnahrungsmitteln und die traditionelle Art der Zubereitung für genügend Glückshormone. Auch die Reserven, die der Körper im Winter anlegt, wurden im Frühjahr wieder verbraucht, bedingt durch eine naturgegebene Fastenzeit.

Menschen, die sich energetisch und jahreszeitengemäss ernähren, beobachten diese Entwicklung auch heute noch. Sie nehmen im Winter etwas zu und im Frühjahr wieder ab.

Während die Natur seit Jahrtausenden diesem Jahreszeitenrhythmus folgt, hat die Menschheit im letzten Jahrhundert Mittel und Wege gefunden, die natürlichen Bedürfnisse unabhängig von der Natur zu befriedigen. Geheizte Räume und warme Kleidung sorgen für den Schutz vor Kälte und der Körper muss dafür gar keine zusätzliche Energie aufwenden.
Die Winternahrungsmittel sind etwas aus der Mode gekommen, seit Tomaten, Zucchini und andere Sommergemüse das ganze Jahr über verfügbar sind. Außerdem wurden Schokolade und Süßigkeiten als Serotoninlieferanten entdeckt, um so die trübe Stimmung auszugleichen.

So wird der Zuckerbedarf nicht aus den stärkehaltigen Wintergemüsen gedeckt sondern eher aus Süssigkeiten. Dieser Zucker ist jedoch nur ein schneller Energielieferant, ohne anhaltende Wirkung, so dass schnell wieder ein Hungergefühl entsteht. Es wird also mehr gegessen, weil die Grundnahrungsmittel nicht naturgerecht sind.

Und die Fastenzeit im Frühjahr gibt es in der natürlichen Form auch nicht mehr, da dank globaler Wirtschaft fast jedes Nahrungsmittel zu jeder Zeit in ausreichender Menge verfügbar ist. Als Ergebnis bleibt die zusätzliche Energie, die zwar im Winter die Laune hebt, im Sommer als Winterspeck auf den Hüften liegen. Wer jetzt meint, dass sich der menschliche Körper diesen neuen Bedingungen inzwischen angepasst hat, irrt gewaltig. Die Natur denkt in Zyklen von Jahrhunderten, was auch gut ist, denn so kann sie Fehlentwicklungen relativ unbeschadet überstehen. Wenn es morgen keine Kühlgeräte, Mikrowellen und Flugzeuge mehr gäbe, wäre das „veralterte“ genetische Programm unsere Rettung.

Was also tun?

Zunächst einmal nutzen Sie die Nährstoffe in Kürbis, Kohl, Lauch, Rüben und Kartoffeln um Ihren Körper im Winter optimal zu versorgen. Der Stärkeanteil der Winternahrungsmittel sorgt auch für die Produktion von Serotonin, zwar nicht so schnell wie Schokolade, dafür aber anhaltender.

Verbrauchen Sie die zusätzliche Energie, die die einheimische Nahrung liefert, indem Sie sich täglich im Freien bewegen, am besten mittags. Auch das fördert gleichzeitig die Bildung von Serotonin und dämpft die Schokoladengelüste.

Übertreiben Sie nicht mit warmer Kleidung und Heizung. Die meisten Räume haben im Sommer und Winter nahezu die gleiche Temperatur, aber die Menschen passen ihre Kleidung trotzdem der Jahreszeit an. Der Körper verbraucht Energie um die Körpertemperatur in jeder Umgebung aufrecht zu erhalten. Warmes Essen und warme Kleidung unterstützen ihn dabei besser als überheizte Räume. Vielleicht wäre es gescheiter, die Raumtemperatur der Jahreszeit anzupassen, im Winter auch im Haus warme Kleider zu tragen und gekochte Eintöpfe statt Salat zu essen.

 

Autorin: Ute Brodmann


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