„Niemand kann ohne die weltordnende Macht von Vorurteilen leben. Sie stellen die Orientierungszäune unserer Wahrnehmung und Handlungen dar, die wir nur dann zu bedenken brauchen, wenn uns die Wirklichkeit enttäuscht und mit unerwarteten Erwartungen konfrontiert."
B. Pesendorfer
Haben wir erstmal unsere Einstellungen gebildet, zeigen sie sich als äußerst stabil und konstant. Ob eine Veränderung unserer Einstellungen eintritt oder diese bewusst angestrebt wird, ist abhängig welche Bedeutung die jeweilige Einstellung für uns hat. Des Weiteren spielt die Reflexionsfähigkeit, d.h. die bewusste kritische Prüfung der eigenen Standpunkte im Hinblick auf Haltbarkeit, Logik und Sinnhaftigkeit eine entscheidende Rolle. Bei der Veränderungsbereitschaft spielt auch die Häufigkeit eine wichtige Rolle, mit der wir mit unseren Einstellungen auf Widerstände stoßen oder ob wir unproblematisch, ohne notwendige Korrekturen in unserem sozialen Umfeld agieren können.
Ob Widerstände allerdings zu einer Überprüfung bzw. Korrektur der Einstellung führen oder sie im Sinne einer Trotzreaktion eher verstärken, ist wiederum abhängig von der jeweiligen Persönlichkeitsstruktur. Beide Vorgänge sind möglich. Wenn ein Mensch mit seiner Weltansicht auf enttäuschende oder unerwartete Reaktionen trifft, wird er womöglich seine Einstellung überdenken. Doch auch dies trifft nur zu, wenn es sich um eine erhebliche Enttäuschung handelt, andernfalls wird sein Gehirn eine passende Erklärung für dieses Erlebnis finden und die bisherigen Muster können bestehen bleiben.
Was können Sie tun, wenn Sie an Ihrer Einstellung arbeiten wollen?
Aufgrund der Eigenschaften stabil und konstant ist es nicht einfach die eigenen Einstellungen zu verändern. Erschwerend kommt das Phänomen der selektiven Wahrnehmung hinzu, das so wirkt, dass wir kontinuierlich unsere bestehenden Einstellung und Einschätzungen bestätigen. Um dies zu verändern erfordert es viel Aufmerksamkeit und Bewusstheit, die sowohl auf die vielen potentiell wahrzunehmenden Eindrücke der Umwelt gerichtet sind, als auch auf die eigenen Reaktionen und Bewertungen.
Versuchen Sie als ersten Schritt Ihre eigene Überzeugung zu widerlegen. Was spricht alles gegen Ihre eigene Einstellung?
Wenn Sie zum Beispiel der Meinung sind, dass es wichtig ist alles Angefangene auch zu Ende zu bringen. Sammeln Sie doch einmal Gründe die dafür sprechen können ein Vorhaben, eine Aufgabe oder ein Buch vorzeitig abzubrechen. Prüfen Sie inwieweit die gefundenen Argumente für Sie überzeugend sind und ob Sie Ihre Einstellung erweitern können. Das könnte beispielsweise wie folgt lauten: Es ist wichtig etwas Angefangenes auch zu Ende zu bringen, wenn der Weg dorthin oder das zu erwartende Ergebnis für mich immer noch attraktiv und interessant ist.
Mit dieser Übung können Sie Stück für Stück flexibler werden in Ihren Einstellungen und für sich den Handlungsspielraum erweitern.
Wenn Sie das Gefühl haben alleine nicht weiterzukommen oder Sie merken, dass Sie die Veränderung zwar wollen diese aber nicht umsetzen können, ist die Zusammenarbeit mit einem Coach sehr empfehlenswert. Hierdurch bekommen Sie professionelle Unterstützung bei der Selbstveränderung. Coaches verpflichten sich in der Regel zu absoluter Vertraulichkeit, so dass Ihre persönlichen Themen ganz diskret und für Sie gewinnbringend bearbeitet werden können.
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