Was deeskaliert Konflikte?
Wenn Sie in einem Konflikt stecken, können Sie erstmal nur Ihr eigenes Verhalten verändern. Was Ihr Gegenüber tut, wie er oder sie reagiert können Sie letztlich nicht beeinflussen, aber Sie können Ihrerseits die beste Basis für die Konfliktlösung schaffen.
Was können Sie tun?
1. Hören Sie aktiv zu!
„Normales“ Zuhören kann das Gespräch in eine Einbahnstraße führen. Übliche „Zuhörtechniken“
Das Gespräch wird in eine Richtung gelenkt, dabei kommt keine wirkliche Begegnung zustande. Die „wahren Probleme“ bleiben versteckt.
Beim Aktiven Zuhören wird nicht nur darauf geachtet, was der Gesprächspartner sagt, sondern auch wie der andere spricht und sich verhält. Es wurde von Carl Rogers, dem Begründer der Gesprächspsychotherapie, entwickelt.
Aktives Zuhören ist auf den Partner gerichtet, eigene Meinungen stehen im Hintergrund. Der Zuhörer zeigt Einfühlung und der Gesprächspartner kann daraufhin von selbst die Perspektive wechseln und mitteilen, worauf es ihm wirklich ankommt. Dies wirkt einer Fixierung des Standpunktes entgegen.
2. Fragen Sie nach!
Um von Ihrem Gegenüber zu erfahren, wie seine Sicht auf den Konflikt ist, müssen Sie nach seiner Meinung, seinen Interessen fragen. Dabei eignen sich offene Fragen besser als geschlossene. Einige hilfreiche Beispielfragen:
3. Formulieren Sie sowohl Beobachtung, als auch Interpretation und Bewertung!
Es ist wichtig, dass Sie Ihre eigenen Wahrnehmungen für Ihr Gegenüber transparent machen. Das schaffen Sie indem Sie ganz die drei Schritte Beobachtung - Interpretation - Bewertung aussprechen.
Das ist oft nicht einfach, aber sehr hilfreich für die Konfliktlösung. Auf diese Weise haben Sie eine gute Möglichkeit Missverständnisse und Fehlinterpretationen aufzuklären.
4. Sprechen Sie Ihre Interessen aus!
Häufig tauschen wir uns nur auf der Positionsebene aus, d.h. wir sagen was wir wollen. Wirkliches Verstehen und die Entwicklung von passenden Lösungen werden erst möglich, wenn die Konfliktparteien sich über Ihre Interessen austauschen, d.h. aussprechen wieso sie das wollen was sie auf der Positionsebene formuliert haben.
Eine hilfreiche Frage auf der Suche nach den Interessen lautet: Wieso ist es dir wichtig xy zu bekommen?
5. Arbeiten Sie präventiv an Ihrer Konfliktfähigkeit!
Es ist wichtig, Konflikte annehmen zu können, wenn sie da sind. Das heißt nicht sie herauszufordern oder förmlich danach zu suchen, es geht lediglich darum dem Konflikt zu begegnen wenn er auf mich zukommt und ihn gut aufzulösen. Konflikten mit einer gewissen Festigkeit und Ruhe zu begegnen, zeichnet das konfliktfähige Verhalten aus. Es ist erstrebenswert für sich an der eigenen Konfliktfähigkeit zu arbeiten, da auf dieser Basis Konflikte leichter aktiv angesprochen und angenehmer gelöst werden können.
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