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Konfliktlösung

Was trägt zur Konflikteskalation bei?

In der weiteren Konflikteskalation spielt vor allem das Phänomen der selektiven Wahrnehmung eine entscheidende Rolle:
Wenn ich erstmal gemerkt habe, dass der Kollege Meier immer nur versucht auf Kosten der gesamten Abteilung sich ein angenehmes Leben zu machen, werden ich und mein Gehirn zukünftig alles tun um diese These zu bestätigen. Das geht uns allerdings allen so.
Unser Gehirn sucht nach Hinweisen, die unsere Hypothesen bestätigen. Wenn wir den Weg in die andere Richtung einschlagen wollen, müssen wir uns bewusst den Autrag geben, nach allem Ausschau zu halten, was gegen unsere Hypothese spricht.

TIPP: Seien Sie aufmerksam für alles, was Ihre Annahme widerlegen könnte.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Konflikteskalation sind Fehlinterpretationen: In jeder Situation beobachten wir ein Verhalten (z.B.: "Der junge Mann steht auf, wenn eine ältere Dame in die U-Bahn kommt."), anschließend interpretieren wir dieses Verhalten ("Vermutlich möchte er ihr seinen Sitzplatz anbieten.") und schließlich bewerten wir was wir gesehen und interpretiert haben ("Das finde ich sehr höflich.").

Es gibt noch viele weitere Interpretationen zu dieser Beobachtung:

- "Wahrscheinlich steigt er an der nächsten Station aus."
- "Vielleicht hat er einen Freund im nächsten Wagen gesehen und steigt um."
- "Vermutlich nervt ihn die Musik vom Nebenmann genauso wie mich und er setzt sich weg."
- und viele weitere mehr...

Jede Situation bietet eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten - die sehen wir nur meistens nicht mehr, wenn wir uns erstmal für eine (uns nahe liegende) entschieden haben.
In Konflikten ist das oft ein Stolperstein.

Hierzu ein Beispiel:
"Ich beobachte, dass eine Kollegin zu spät zu einem Termin mit mir kommt. Vermutlich macht sie das, um einfach keine Gelegenheit auszulassen mir zu vermitteln, dass ich unwichtig und zweitrangig bin. Das ärgert mich!"

Natürlich gibt es auch in diesem Beispiel eine Vielzahl von Interpretations- und Bewertungsmöglichkeiten. Die Beteiligte sieht sie jedoch nicht.

TIPP: Halten Sie kurz inne, wenn Sie ein Verhalten interpretiert und bewertet haben. Überlegen Sie, welche weiteren Interpretationen denkbar sind.

Außerdem kommunizieren wir in Auseinandersetzungen meist nur unsere Positionen ("Ich brauche am Freitag unbedingt frei.") statt auch unsere Interessen ("Das ist mir ganz wichtig, damit ich auch mal wieder Gelegenheit habe zur Schulaufführung meiner Tochter zu gehen.") zu benennen.
Auf der Positionsebene verhärtet der Austausch sehr schnell.

TIPP: Argumentieren Sie in Auseinandersetzungen interessenorientiert.

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